Thüringen- eine vielseitige historische Kulturlandschaft
Sie ist einer glücklichen Fügung ebenso zu verdanken wie der Sorgfalt früherer Generationen, die sie uns als Dokumente unserer Geschichte zur Erhaltung und Pflege übergeben haben. Die Vielfalt des kulturellen Erbes ist das Ergebnis der geschichtlichen Entwicklung des Bundeslandes Thüringen, das bis zur Fürstenabdankung 1918 als ein Paradebeispiel kleinstaatlicher Zerrissenheit galt und als politisches Staatsgebilde erst 1920 in Erscheinung trat.
Dieses besondere Erbe wird noch heute von stattlichen Burgen, Klosteranlagen, Kirchenbauten, mittelalterlichen Stadtkernen, aber auch Zeugnissen der Volksbauweise auf dem Lande sowie Industriebauten des 19. Jahrhunderts geprägt. Eine besondere Rolle kommt den ehemaligen Residenzstädten mit ihren großartigen Schlossbauten des 16. bis frühen 18. Jahrhunderts zu, die bis in die Gegenwart das kulturelle Leben prägen. In enger historischer Verbindung stehen die zahlreichen Gutsanlagen und Herrenhäuser auf dem Lande.
Der Einfluss des Weimarer Bauhauses zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab der Moderne in Thüringen und darüber hinaus wichtige Impulse.
Der Freistaat schaut auf einen Bestand von rund 30.000 gesetzlich geschützten Kulturdenkmalen, deren Erhaltung, kontinuierlich vom Staat gefördert, durch eine große Anzahl von Vereinen tatkräftige Unterstützung erfährt. Ihre ehrenamtliche Arbeit wird durch das Thüringer Ehrenamtsgesetz von 2024 anerkannt.
Das in dieser Form für Deutschland einzigartige Gesetz sieht vor, dass jährlich etwa 15 Millionen Euro für bürgerschaftliches Engagement bereitgestellt werden.
Vor diesem kulturellen und historisch gewachsenen Hintergrund erklärt sich auch eine gewisse Sesshaftigkeit der Thüringer, die über ihr gebautes Erbe vielfältige Möglichkeit finden, sich mit ihrer Heimat Thüringen, mit dem konkreten Ort zu identifizieren.














